03.08.2026. Egal ob Ausweis oder Führerschein: Statt auf Plastikkarten sollen persönliche Daten ab Ende 2026 auf dem Smartphone verfügbar sein. Über die EUDI-Wallet und mögliche enthaltene Gesundheitsdaten, berichtet die Apotheken Umschau.
Ab Ende 2026 müssen alle Staaten der Europäischen Union eine European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet) anbieten – also eine digitale Brieftasche für alle Bürgerinnen und Bürger der EU. Was die bringen soll und warum Datenschutz-Fachleute jetzt warnen.
Die EUDI-Wallet ist eine digitale Brieftasche auf dem Smartphone für alle Bürgerinnen und Bürger der EU und Personen, die hier leben. Mit ihr sollen Nutzerinnen und Nutzer ihre Identität digital nachweisen und Dokumente wie Online-Verträge rechtsgültig unterschreiben können. Auch Ausweis, Führerschein, Zeugnisse, Fahrkarten oder Tickets für Konzerte und Reisen können in der Wallet gespeichert und bei Bedarf geteilt werden.
Bürgerinnen und Bürger können sich mit der Wallet zudem bei einem Behördenportal ohne Papierunterlagen registrieren. Möglich ist auch, ohne ein Video-Ident-Verfahren ein Konto bei einer Bank zu eröffnen. Denkbar ist zudem die Nutzung der EUDI-Wallet zur Vorlage von Bildungs- und Berufsqualifikationen bei Arbeitgebern oder Universitäten.
Die Wallet funktioniert grenzüberschreitend in allen Ländern der Europäischen Union und soll sowohl online als auch offline verfügbar sein. Sämtliche Daten werden auf dem Smartphone der Nutzerinnen und Nutzer gespeichert.
Auch einzelne Gesundheitsnachweise sollen in der Wallet gespeichert werden können. Das geht aus dem Entwurf für das sogenannte Digitale-Identitäten-Gesetz (DIdG) hervor. Um welche Nachweise es dabei genau gehen könnte, legt der Gesetzentwurf allerdings nicht fest. Denkbar wäre zum Beispiel, Patientenkurzakten in der Wallet abzulegen. Solche Akten enthalten die wichtigsten Gesundheitsinformationen einer Person zu Behandlungen, Allergien oder zur Medikation.
Anmeldung zur GesundheitsID
Aktuell werden verschiedene Funktionen der Wallet getestet. Zum Beispiel, dass sich Nutzerinnen und Nutzer mithilfe ihrer persönlichen Daten in der digitalen Brieftasche für die sogenannte GesundheitsID anmelden können, die für den Zugriff auf die elektronische Patientenakte gebraucht wird. Das erklärt ein Sprecher der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) auf Anfrage der Apotheken Umschau. Die Agentur ist für die Ausarbeitung der EUDI-Wallet in Deutschland verantwortlich.
Auch soll noch in diesem Jahr getestet werden, wie die Krankenversichertennummer als offizieller digitaler Nachweis Teil der Wallet werden kann, so der Sprecher. Damit könnten sich Versicherte zum Beispiel ohne elektronische Gesundheitskarte in der Praxis oder per Telemedizin ausweisen.
Weitere Informationen zum Thema Datenschutz und Sicherheit gibt es im Artikel der Apotheken Umschau: www.apotheken-umschau.de/gesundheitspolitik/eudi-wallet-das-speichert-die-digitale-brieftasche-auf-dem-smartphone-1443425.html.