15.08.2026. Kühlgeräte laufen 24/7 – und verbrauchen rund um die Uhr Energie. Mit den Tipps der Stiftung Warentest zu Kauf, Küchenplanung und Betrieb sparen Sie auf Dauer Strom und Geld.
1. Stromkosten einpreisen
Wenn ein neuer Kühlschrank her muss, sollten Käuferinnen und Käufer unbedingt den langfristigen Stromverbrauch einkalkulieren. Denn die Stromkosten eines Kühlschranks können im Laufe seiner Lebensauer den Kaufpreis um ein Vielfaches übertreffen.
In den Kühlschrank-Tests von Stiftung Warentest zeigt sich immer wieder, dass vermeintliche Schnäppchen langfristig teuer werden können. Für alle getesteten Kühlschränke und Kühl-Gefrier-Kombinationen berechnet Stiftung Warentest die voraussichtlichen Stromkosten für 15 Jahre bei sehr geringer und bei regelmäßiger Nutzung.
2. Nicht größer als notwendig kaufen
Ein Riesenkühlschrank mag schick sein, verbraucht aber viel Energie. So zeigt sich beispielsweise, dass mit großen Side-by-Side-Geräten über die Jahre einige Tausend Euro Stromkosten zusammenkommen können. Viele dieser Riesen tragen die ungünstige Energieeffizienzklasse E.
Standard-Kombis sind etwas kleiner, oft aber auch deutlich stromsparsamer. Geräte mit den guten Energieeffizienzklassen A und B sind mittlerweile schon recht preiswert zu haben. Und ihr Stauraum reicht für drei bis vier Personen oft locker aus.
Die Verbraucherzentralen empfehlen für Ein- bis Zweipersonen-Haushalte 100 bis 150 Liter Kühlschrank-Volumen, 50 Liter für jede weitere Person.
3. Nicht zu früh austauschen
Wann lohnt es sich finanziell, ein altes Kühlgerät gegen ein neues, effizienteres zu tauschen? Wann ist der Tausch ökologisch sinnvoll? Dazu hat das Umweltbundesamt 2025 eine Studie veröffentlicht: Solange ein Kühlschrank oder eine Kombi funktioniert, lohnt sich ein Austausch demnach weder ökologisch noch finanziell.
Sogar eine Reparatur eines defekten älteren Geräts ist oft sinnvoll. Nur wenn der Energieverbrauch des Altgeräts sehr hoch ist, rechnet sich eine Reparatur mitunter nicht mehr.
4. Richtigen Aufstellort wählen
Bei Hitze werden Kühlschränke und Kühl-Gefrier-Kombinationen stromhungrig. So verbraucht ein sparsamer kleiner Kühlchrank nach unseren Messungen bei 25 Grad Celsius Raumtemperatur mitunter rund viermal so viel wie bei 10 Grad Celsius. Bei 32 Grad liegt der Verbrauch sogar beim Sechsfachen.
Das zeigt: Durch eine geschickte Küchenplanung können Sie den Energieverbrauch des Kühlgeräts beeinflussen. In kühlen Vorratsräumen verbrauchen Kühlschränke am wenigsten. Der beste Platz in der Küche ist eine kühle Außenwand fern von Wärmequellen wie Heizung, Ofen, Herd, Spülmaschine und praller Sonne.
5. Einbaugeräten genug Luft lassen
Damit Einbaugeräte zuverlässig und effizient kühlen, müssen sie gut ablüften. Einige getestete Geräte benötigen dazu laut ihren Anbietern rund fünf Zentimeter Freiraum nach hinten.
Klären Sie, wie viel Platz zur Luftzirkulation Ihr Wunschgerät im Einbaumöbel braucht − Infos dazu finden Sie oft in den Gebrauchsanleitungen.
6. Passend zu den Lebensmitteln einstellen
Auch die Nutzung im Alltag beeinflusst, wie effizient das Kühlgerät für Kälte sorgt:
Getestet wurde bei 4 Grad im Kühl- und –18 Grad im Gefrierteil. Durch warme Einstellungen Strom zu sparen, wird nicht empfohlen, weil frühzeitig verdorbene Lebensmittel ebenfalls Kosten und zusätzliche Umweltbelastungen verursachen.
Ausnahme: Falls Sie im Kühlcshrank gar keine schnell verderblichen Lebensmittel wie rohes Fleisch oder rohen Fisch lagern, können Sie die Temperatur durchaus auf 6 Grad einstellen – und etwas Energie einsparen. Wer sein Gefriergut recht schnell verbraucht, kann das Gefrierteil auf –15 Grad einstellen.
7. Schnellkühl-Funktionen nur gezielt nutzen
Viele Kühl- und Gefriergeräte verfügen über eine spezielle Funktion, um Lebensmittel schnell abkühlen oder einfrieren zu können. Je nach Anbieter heißt dieses Feature zum Beispiel „Supercool“ oder „Superfrost“.
Wird es aktiviert, kühlt die Kältemaschine intensiver – und zieht mehr Strom. Deshalb sollten Sie die Schnellkühl-Funktion nur dann aktivieren, wenn größere Mengen frischer Lebensmittel ins Gerät kommen.
Achtung: Nicht alle Modelle deaktivierten ihre Superkräfte wieder von allein. Bei ihnen müssen Verbraucher nach einiger Zeit die Funktion selbst ausschalten. Wer das vergisst, zahlt unnötige Stromkosten.
8. Lebensmittel kühl transportieren
Kühlboxen und -taschen schützen eingekaufte Lebensmittel vorm Aufwärmen, Tiefkühlkost vorm Auftauen. Das beugt schnellem Verderb vor und spart Strom: Je weniger Arbeit der Kühlschrank damit hat, Lebensmittel nach dem Transport wieder auf Soll-Temperatur abzukühlen, desto günstiger.
9. Lebensmittel schnell zurückstellen
Lassen Sie Milch, Aufschnitt und andere Lebensmittel nicht unnötig lange auf dem Esstisch stehen. Je weniger sie sich dort erwärmen, desto weniger Zeit und Energie braucht der Kühlschrank fürs erneute Abkühlen.
10. Gekochtes ganz abkühlen lassen
Gekochtes gehört erst nach dem vollständigen Abkühlen in den Kühlschrank. Warme Speisen erhöhen den Energiebedarf. Außerdem bringen sie Kondenswasser ins Gerät, das sich im ungünstigsten Fall als Eiskruste an der Rückwand absetzt.
11. Eis regelmäßig abtauen
Eiskrusten im Kühl- oder Gefrierteil verhindern, dass der Wärmeaustausch effizient klappt. Daher: regelmäßig abtauen, falls das Gerät keine Abtau-Automatik hat. Häufig wird diese Funktion auch als No-Frost-Funktion verkauft.
Wer manuell abtaut, macht das am besten dann, wenn das Gerät ohnehin fast leer ist. Oder wenn draußen Minusgrade herrschen: Sie können die Tiefkühlkost dann während der Abtauzeit – gut verpackt – auf Terrasse oder Balkon parken, ohne dass sie auftauen.
Hier geht es zum Artikel und den weiterführenden Links: www.test.de/Kuehlschraenke-Mit-diesen-11-Tipps-kuehlen-sie-sparsamer-6230099-0/.