Wie gesund sind getrocknete Tomaten?

31.07.2026. Im Winter schmecken Tomaten oft wässrig und fad, während man im Sommer die Süße der Sonne aus den Früchten schmecken kann. Sind getrocknete Tomaten eine gesunde Alternative – oder verändert das Trocknen die Nährwerte des Gemüses? ÖKO TEST berichtet.

Rund 27 Kilogramm Tomaten isst jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr – das ist mehr als jedes andere Gemüse. Darin einberechnet sind alle verarbeiteten Tomatenprodukte, auch getrocknete Tomaten. Die hat zwar nicht jeder auf dem Schirm – sie sind aber auch im Winter aromatisch und dazu vielseitig verwendbar: ob in der Tomatensoße, pur als Antipasti oder auf Brot beziehungsweise Pizza. Doch sind getrocknete Tomaten eigentlich gesund?

Frische Tomaten enthalten viel Wasser, aber auch wichtige Vitamine und Nährstoffe. Unter anderem Vitamin A, C und E, aber auch Kalium und Folsäure (Vitamin B9). Des Weiteren stecken sekundäre Pflanzenstoffe in frischen Tomaten. Diese sind gesundheitsförderlich. Zu ihnen zählen neben anderen Stoffen:

  • Lycophin: Es gehört zu den Antioxidantien. Der Stoff soll die Herzgesundheit fördern und hilfreich gegen Diabetes sein. Lycopin ist als Farbstoff für das leuchtende Rot der Tomate verantwortlich.

  • Polyphenole: Die Stoffe sollen eine schützende Wirkung vor verschiedenen Krebsarten, aber auch vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.

Verändert sich die Nährstoffzusammensetzung, wenn Tomaten getrocknet werden? Ja, aber dennoch bleiben viele sekundäre Pflanzenstoffe, Nährstoffe, Mineralien und Vitamine enthalten oder konzentrieren sich sogar. Denn beim Trocknen von Tomaten geht vor allem Wasser verloren – der Nährstoffgehalt wird also oft höher.

Ab einem Ballaststoffgehalt von mehr als fünf Gramm pro 100 Gramm gelten Lebensmittel als ballaststoffreich. Getrocknete Tomaten gehören deshalb – im Gegensatz zu frischen – in diese Kategorie.

Doch was ist gut an Ballaststoffen? Eine erhöhte Ballaststoffzufuhr hat laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) schützende Effekte für den Körper: Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, Adipositas, Bluthochdruck, Dickdarm- und Brustkrebs sowie das Sterblichkeitsrisiko werden verringert. Zudem halten Ballaststoffe länger satt, was dazu führt, dass man weniger isst.

Frische Tomaten sind kalorienarm – das ist auch kein Wunder, immerhin bestehen sie aus 94 Prozent Wasser. Werden die Tomaten getrocknet, verlieren sie kalorienloses Wasser, die Dichte nimmt zu und der Kaloriengehalt steigt an. Während frische Tomaten etwa 22 kcal pro 100 Gramm enthalten und man deshalb bedenkenlos viel von ihnen verzehren kann, enthalten getrocknete Tomaten circa 276 Kalorien. Sie haben also eine hohe Energiedichte und sollten nur in Maßen gegessen werden.

Noch mehr Kalorien haben getrocknete Tomaten in ÖlAuch wenn man sie abtropft, enthalten sie noch immer circa 300 Kilokalorien, also noch mehr als normale getrocknete Tomaten. Deshalb heißt es auch hier: in Maßen essen. Am besten nur ein paar getrocknete Tomaten aus dem Öl fischen und nicht das halbe Glas verspeisen.

Ein weiteres Problem an den getrockneten Tomaten ist der Salzgehalt. Das Bestreuen mit Salz führt dazu, dass den Tomaten Feuchtigkeit entzogen wird – das macht sie haltbarer. Insbesondere getrocknete Tomaten in Öl enthalten oft viel Salz. Auch getrocknete Tomaten ohne Öl können zugesetztes Salz enthalten, das ist aber nicht immer der Fall. Es lohnt sich also, einen Blick auf die Verpackung zu werfen und sich für die Variante ohne zusätzliches Salz zu entscheiden.

Denn zu viel Salz schadet: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, maximal fünf Gramm am Tag zu sich zu nehmen. Denn wer täglich viel Salz zu sich nimmt erhöht das Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken. Und die Folgen von Hypertonie können Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfälle, Herzinfarkte, chronische Nierenerkrankungen und Demenz sein.

Fazit: Sind getrocknete Tomaten gesund?

Ja, getrocknete Tomaten sind gesund – wenn man ein paar Dinge beachtet. Grundsätzlich werden die Nährstoffe durch die Trocknung konzentrierter. Vitamin C und Vitamin K, aber auch Kalium und Kalzium sind im Gegensatz zu frischen Tomaten in größeren Mengen enthalten. Auch sekundäre Pflanzenstoffe bleiben trotz Trocknung erhalten – und getrocknete Tomaten enthalten mehr Ballaststoffe.