Gefährliche Betrugsmasche: Enkeltrick

20.01.2026. Der Enkeltrick ist eine gängige Betrugsmasche: Kriminelle nutzen die Hilfsbereitschaft älterer Menschen aus und bringen sie um ihr Erspartes. Öko Test zeigt Ihnen, wie die Masche funktioniert, woran Sie den Betrug erkennen und wie Sie sich effektiv schützen können.

Beim klassischen Enkeltrick rufen Betrüger gezielt ältere Menschen an und geben sich als Enkel, andere Verwandte oder Bekannte aus, wie die Polizei Sachsen erklärt. Ihren Namen verraten die Anrufer dabei nicht – den wollen sie nämlich von Ihnen erfahren. Das Gespräch beginnt daher häufig mit Formulierungen wie "Hallo Oma, weißt du, wer dran ist?".

Haben die Täter erst einmal einen Namen aus dem Verwandten- oder Bekanntenkreis erfahren, geben sie sich als diese Person aus. Mit gespielter Freundlichkeit bauen sie gleich zu Gesprächsbeginn eine Vertrautheit auf. Schnell wird dann eine finanzielle Notlage vorgetäuscht: Ein Auto- oder Immobilienkauf müsse schnellstmöglich abgeschlossen werden, eine dringende Reparaturzahlung stehe an oder – wie in vielen SMS-Varianten – es gebe Probleme im Urlaub.

Enkeltrick per SMS oder WhatsApp 

Die moderne Variante per SMS und WhatsApp funktioniert ähnlich perfide, wie die Bundesnetzagentur berichtet. Die Nachricht lautet beispielsweise: "Oma, hilf mir! Ich habe im Urlaub mein Telefon verloren und stehe jetzt am Flughafen mit einem Prepaid-Handy. Die sagen, ich muss 2.000 Euro bezahlen, damit ich ausreisen darf." Es folgt eine Bankverbindung. Andere Betrüger erklären, sie hätten das Handy versehentlich in die Waschmaschine gesteckt oder nutzen andere Erklärungen dafür, dass die Nummer nicht auf der Kontaktliste steht.

Der vermeintliche Angehörige holt das Geld dabei nie selbst ab. Kurzfristig sei er verhindert, würde aber einen Freund, Bekannten oder eine andere Vertrauensperson zur Geldübergabe schicken. Von Seiten der Betrüger wird ein sehr hoher Druck ausgeübt – psychisch wie auch zeitlich, sodass die Geldübergabe noch am selben Tag stattfinden kann. Haben Sie nicht ausreichend Bargeld zu Hause, wird durch die Täter sogar der Weg zur Bank organisiert oder begleitet.

Wie verbreitet ist der Enkeltrick?

Für das Jahr 2024 erfasst die Polizeiliche Kriminalstatistik insgesamt 6.656 Fälle in der Kategorie "Enkeltrick / Schockanrufe". Aufgeklärt wurden 1.527 Fälle. Die Polizei definiert den Enkeltrick als Trickdiebstahl, bei dem eine Person unter Vorspiegelung von Verwandtschaftsverhältnissen dazu gebracht wird, Geld zu zahlen. Bei Schockanrufen wird dem Opfer ein Unfall oder eine Notsituation einer nahestehenden Person vorgespiegelt, um eine Zahlung zu veranlassen. Die Fallzahlen beim klassischen Enkeltrick sind stark rückläufig. Allerdings geht die Polizei von einem hohen Dunkelfeld bei Telefon-Betrugsmaschen aus. Viele Menschen, die einen solchen Anruf erhalten, beenden das Gespräch richtigerweise, informieren aber nicht die Polizei. Zudem werden viele erfolgreiche Straftaten aus Angst und Scham der Opfer nicht zur Anzeige gebracht.

Bei SMS- und WhatsApp-Betrug verzeichnet die Bundesnetzagentur eher einen Trend nach oben. 2022 gab es etwa 18.000 Beschwerden in diesem Bereich. 2023 gingen allein bis Mai schon ca. 22.000 Beschwerden ein, 14.000 betrafen den sogenannten Enkeltrick. Die Masche verlagert sich also zunehmend auf digitale Kanäle. Bei den Geschädigten handelt es sich laut Polizei Sachsen überwiegend um Personen im Alter von 60 bis 90 Jahren oder älter.

Übrigens: Im Dezember 2025 wurden 3.500 überwiegend deutsche und 350 österreichische Nummern, die für Telefonbetrug genutzt wurden, durch Behörden abgeschaltet, wie der Spiegel berichtet. 

Wie Sie den Betrugsversuch erkennen und sich schützen können, erfahren Sie im Öko Test-Artikel: https://www.oekotest.de/freizeit-technik/Enkeltrick-So-schuetzen-Sie-sich-vor-der-gefaehrlichen-Betrugsmasche_15977_1.html.