13.02.2026. Künstliche Intelligenz (KI) in der Form von Chatbots wie ChatGPT, Gemini und ähnlichen Anwendungen bietet eine niederschwellige und jederzeit zugängliche Möglichkeit, sich mit gesunder Ernährung auseinanderzusetzen. Doch die gelieferten Antworten sind nicht immer fehlerfrei. Das kann insbesondere bei speziellen Bedürfnissen oder restriktiven Ernährungsweisen problematisch sein. Der VerbraucherService Bayern im KDFB e. V. (VSB) empfiehlt, die Aussagen von Chatbots stets kritisch zu hinterfragen.
„Chatbots erstellen ihre Antworten auf Basis großer Mengen an Trainingsdaten, deren Qualität und Aktualität nicht systematisch überprüft werden. Um Wissens- oder Textlücken zu schließen, können sie sogenannte ‚Halluzinationen‘ erzeugen und dabei erfundene oder unzutreffende Aussagen einbauen. Ernährungstipps aus KI-Quellen sind daher nicht uneingeschränkt verlässlich“, so Sandra Nirschl, Ernährungsreferentin beim VSB.
Von KI generierte Speisepläne sind meist einfach aufgebaut und orientieren sich an aktuellen Ernährungstrends. Entsprechend ist der Eiweißgehalt häufig überdurchschnittlich hoch, während Kohlenhydrate und die Gesamtenergiezufuhr eher zu gering ausfallen. Positiv zu bewerten ist der ausreichende Ballaststoffgehalt. Kritisch sind hingegen Defizite bei wichtigen Mikronährstoffen wie Calcium, Eisen, Vitamin D und Fluorid. Besonders für Schwangere weisen KI-Empfehlungen zusätzliche Schwächen auf: So fehlen oft ausreichende Mengen an Jod und Folat. Auch allgemeine Fragen zum Konsum von Alkohol, Kaffee oder Sushi während der Schwangerschaft beantworten die KI-Tools nicht immer korrekt. Ebenso werden Allergien oder der Wunsch nach einer veganen Lebensmittelauswahl von Chatbots teilweise nicht berücksichtigt.
Insgesamt sollten vor allem vulnerable Gruppen – darunter Schwangere, Stillende und Menschen mit Erkrankungen und Allergien – KI-generierte Ernährungsvorschläge mit besonderer Vorsicht betrachten. Verlässliche und evidenzbasierte Ernährungsempfehlungen finden sich auf den Websites von Fachgesellschaften und staatlichen Institutionen. Bei individuellen Fragen oder Unsicherheiten können qualifizierte Ernährungsfachkräfte kompetent unterstützen.
Weitere Informationen im VSB-Tipp: https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/ernaehrung/ki-generierte-ernaehrungstipps-mit-vorsicht-zu-geniessen.