Ramadan mit Diabetes: Was es zu beachten gibt

22.02.2026. Für viele Muslime und Musliminnen ist es ein wichtiger religiöser Brauch – aber der Essensverzicht stellt Menschen mit Diabetes vor Herausforderungen. Wichtige Informationen hat die Apotheken Umschau für Sie zusammengetragen.

Geht Fasten mit Diabetes?

Essen und trinken nur vor Sonnenaufgang (Sahur) und nach Sonnenuntergang (Iftar): Auch Menschen mit Diabetes können am Fastenmonat Ramadan teilnehmen, sagt Johanna Karapinar. Sie ist Diät- und Diabetesassistentin in Osnabrück. „Mit Typ-1-Diabetes sollte man aber – wenn überhaupt – nur fasten, wenn der Blutzucker engmaschig kontrolliert wird.“ Schwangeren mit Schwangerschaftsdiabetes oder Personen mit schweren Folgeerkrankungen wie Nieren- oder Herzproblemen rät sie davon ab: „Für sie ist das Fasten oft zu gefährlich.“ Gut zu wissen: Der Koran erlaubt es, das Fasten aus gesundheitlichen Gründen zu unterlassen oder durch Spenden an Bedürftige zu ersetzen.

Gibt es besondere Risiken bei Typ-1-Diabetes?

Menschen mit Typ-1-Diabetes müssen beim Fasten besonders vorsichtig sein. Ihr Risiko für schwere Unterzuckerungen ist dann stark erhöht, die lange Essenspause kann zu starken Blutzuckerschwankungen führen. Zwar machen moderne Technologien wie Insulinpumpen und kontinuierliche Glukosemesssysteme (CGM) das Fasten sicherer. „Dank dieser Systeme lässt sich der Blutzucker besser überwachen und man kann rechtzeitig reagieren“, sagt Karapinar. Dennoch ist eine engmaschige ärztliche Begleitung unerlässlich.

Ändert sich die Therapie bei Typ-2-Diabetes?

Für Menschen mit gut kontrolliertem Typ-2-Diabetes ist Fasten grundsätzlich möglich. „Die Therapie muss aber möglicherweise an die veränderten Essenszeiten angepasst werden“, erklärt Apotheker Soykan Erkek aus Krefeld. Er warnt, auf keinen Fall die Medikamentendosierung oder Einnahmezeiten in Eigenregie zu unterbrechen oder zu ändern: „Immer nur nach ärztlicher Absprache!“

Warum ist eine Blutzuckerkontrolle so wichtig?

Regelmäßige Blutzuckerkontrollen helfen, gefährliche Schwankungen und Unterzuckerungen zu vermeiden. Karapinar betont: „Diese brechen das Fasten nicht und sind absolut notwendig.“ Wichtig ist, mit Arzt oder Diabetologin vorab festzulegen, bei welchen Werten das Fasten unterbrochen werden soll. Kritisch wird es im Allgemeinen bei unter 70 mg/dl (3,9 mmol/l) oder über 300 mg/dl (16,7 mmol/l).

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