RFID-Schutzhüllen gegen Datendiebstahl

26.02.2026. Spezielle Brieftaschen und Schutzhüllen sollen Kreditkarten und Personalausweis vor drahtlosem Datenklau schützen. Die Stiftung Warentest sagt, wie groß die Gefahr ist.

Das Szenario klingt bedrohlich: Im vollen Bus oder im Gedränge am Flughafen hält ein Krimineller unbemerkt ein Lesegerät an Ihre Jacken- oder Hosentasche und schon sind Kreditkartendaten gestohlen oder Geld abgebucht. Mit dieser Angst werben Hersteller von RFID-Schutzhüllen, speziellen Brieftaschen und Schutzkarten.

RFID steht für „Radio Frequency Identification“ – Identifikation per Funk. Die Technologie steckt zum Beispiel in Kreditkarten, im Personalausweis oder in der Zugangskarte fürs Hotelzimmer.

In der Karte steckt ein Transponder: eine Kombination aus einer spulenförmigen Antenne und einem Chip, in dem Informationen gespeichert sind. RFID-Lesegeräte senden ein elektromagnetisches Feld aus, das die Spule im Transponder in Strom umwandelt und damit eine Funkverbindung zwischen Chip und Lesegerät aufbaut.

In Kreditkarten, Smartwatches und Smartphones, mit denen man kontaktlos bezahlen kann, steckt eine Variante der RFID-Technik namens NFC (Near Field Communication, Nahfeldkommunikation). Auch Ausweisdokumente wie der Personalausweis nutzen diese Technik - hier nutzt man NFC-fähiges Smartphone mit der Ausweis-App als Lesegerät.

Wie der Name verrät, müssen Lesegerät und Karte beziehungsweise Smartphone sich sehr nah kommen, damit der Datenaustausch funktioniert – was jeder weiß, der schon mal an der Kasse die richtige Stelle des Lesegeräts nicht erwischt hat („Nein, andere Seite!“). Entsprechend nah müsste ein Krimineller seinem Opfer kommen. Dazu kommt: Wenn mehrere Karten aufeinanderliegen, wie es in vielen Brieftaschen der Fall ist, wird es sehr unwahrscheinlich, dass ein Lesegerät eine Verbindung zu einer einzelnen Karte aufbauen kann - die vielen Signale stiften Verwirrung.

Schon 2013 hatte die Stiftung Warentest eine RFID-Schutzbrieftasche getestet, damals mit Fokus auf den Personalausweis. Fazit: Der Schutz funktioniert - ganz ohne Hightech: In die Brieftasche waren einige Lagen Alufolie eingenäht.

Die Gefahr eines Datendiebstahls beim Personalausweis schätzte die Stiftung Warentest schon damals als minimal ein, auch weil die Informationen verschlüsselt abgespeichert und nur mit einer PIN abrufbar sind.

Kontaktloses Bezahlen spielte 2013 noch kaum eine Rolle – heute ist es Alltag, doch die Einschätzung der Stiftung Warentest bleibt die selbe.