Test: Backofenreiniger

28.01.2026. Öko Test hat 18 Backofenreiniger getestet – viele sind empfehlenswert, darunter auch preiswerte Produkte. Doch auch die "guten" Reiniger enthalten starke Laugen, die Haut und Augen reizen können. Außerdem auffällig: Nicht alle Testkandidaten bringen die erwünschte Leistung.

Es soll Menschen geben, die wischen ihren Backofen nach jedem Gebrauch aus und brauchen ihr Leben lang keinen Backofenreiniger – denn frischer Schmutz löst sich von den noch lauwarmen Ofenwänden meist ganz leicht. Sind Essensreste, Sirup- und Soßenspritzer jedoch erst über längere Zeit eingebrannt, geht das nicht mehr ganz so mühelos. Und kann irgendwann zum Fall für einen Backofenreiniger werden: Als Gel oder Schaum auf die Wände des Backofens gesprüht, rücken sie den Verkrustungen mit stark alkalischen Laugen zu Leibe. Die Laugen reagieren mit dem eingebrannten Schmutz, spalten Fett in wasserlösliche Bestandteile und verwandeln alles in eine seifige Masse, die sich – schwups – einfach abwischen lässt. So zumindest die Theorie. In der Praxis klappt das allerdings nicht immer ganz so glänzend, wie dieser Test zeigt.

18 Backofenreiniger hat Öko Test unter anderem einem umfangreichen Praxistest unterzogen: Dabei überprüfte ein spezialisiertes Labor, wie gut sie mit eingebranntem Schmutz fertig werden, ob sie sich einfach handhaben lassen und die Ofenwände anschließend ohne Defekte zurücklassen.

Genau gesagt simulierte das Labor das Eintrocknen von Bratensoße und Sirup im Backofen – und benutzte anschließend die Reiniger. Das Ergebnis:

  • Gegen angetrocknete Bratensoße kann eine ganze Reihe von Produkten ziemlich viel ausrichten. Bei den besten ließen sich nach der jeweiligen Einwirkzeit bis zu 90 Prozent des Schmutzes abwischen.
  • Deutlich schwerer taten sich die Mittel mit dem eingetrockneten Sirup. Hier schaffen es nur zwei Produkte, mehr als die Hälfte der Krusten zu lösen.
  • Defekte am Material hinterließen die Backofenreiniger kaum: Nur vereinzelt gab es Punktabzug wegen leichter Verfärbungen von Edelstahl.
  • Insgesamt erhalten etwa zwei Drittel der Produkte ein "gutes" Testergebnis in der Praxisprüfung.

Doch eine starke Reinigungsleistung kommt selten von ungefähr: Backofenreiniger gehen mit aggressiven Chemikalien zu Werke und sollten nur dann zum Einsatz kommen, wenn nichts anderes mehr hilft. Fast alle Produkte im Test arbeiten mit hochalkalischen Laugen, die beim Kontakt mit Haut oder Schleimhäuten ätzend sind.

Das ist das Wirkprinzip eines Backofenreinigers, und deshalb akzeptiert Öko Test manche Laugen in den Rezepturen. Andere Stoffe werden dagegen kritisch gesehen: Ammoniumhydroxid beispielsweise. Die wässrige Ammoniaklösung mit dem stechend-scharfen Geruch setzt ein Gas frei, das die Atemwege reizt und außerdem als akut gewässergefährdend eingestuft ist.

Minuspunkte werden ebenfalls für Aminoethanol, Ethylhexansäure und halogenorganische Verbindungen erteilt. Zur Erklärung: 

  • Aminoethanol hat eine stark reizende bis ätzende Wirkung auf Haut und Schleimhäute.
  • Ethylhexansäure ist ein Hilfsstoff, der laut CLP-Verordnung als vermutlich reproduktionstoxisch eingestuft ist.
  • Halogenorganische Verbindungen sind eine große Gruppe von Stoffen, unter denen sich auch einige krebserregende und sich in der Umwelt anreichernde befinden.

Warum Warnhinweise auf Backofenreinigern Pflicht sind und wie die einzelnen Produkte abgeschnitten haben, lesen Sie in den Testergebnissen von Öko Test: https://www.oekotest.de/bauen-wohnen/Backofenreiniger-Viele-reinigen-gut--sind-aber-alles-andere-als-harmlos-v2_15982_1.html.