Verbraucherzentralen fordern Verbot von Influencer-Werbung

11.02.2026. Influencer bewerben auf Social Media immer wieder ungesunde Lebensmittel. Eine repräsentative Befragung im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands zeigt: Die Mehrheit der Verbraucher und Verbraucherinnen will strengere Regeln. Die Verbraucherzentralen wollen daher Influencer-Werbung für Ungesundes stoppen.

Ob fettige Snacks, überzuckerte Getränke oder fragwürdige Nahrungsergänzungsmittel: Influencer-Werbung für ungesunde Lebensmittel ist auf Social Media weit verbreitet. Influencer erreichen dort Millionen Menschen und können Ess- und Kaufverhalten maßgeblich beeinflussen.

Eine repräsentative forsa-Befragung im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands zeigt: 72 Prozent der Verbraucher wünschen sich strengere gesetzliche Vorgaben für Influencer, wenn sie Produkte bewerben oder Ernährungsempfehlungen geben. Die Verbraucherzentralen fordern deshalb ein Verbot von Influencer-Werbung für ungesunde Lebensmittel.

Soziale Netzwerke dienen mitunter auch als Quelle, wenn es um Informationen rund um Ernährung geht. Laut Befragung informieren sich 26 Prozent der Erwachsenen dort gezielt zu Ernährungsthemen.  Innerhalb dieser Gruppe hat mehr als jede dritte Person, nämlich 36 Prozent, mindestens einmal ein Produkt gekauft, das in den Sozialen Medien beworben wurde. 23 Prozent griffen sogar wiederholt zu.  Nach Einschätzung der Verbraucherzentralen zeigt das deutlich, wie sehr Werbebotschaften auf Social Media ihre Wirkung entfalten, vor allem, wenn sie als persönliche Empfehlung dargestellt werden. Auf den ersten Blick sind solche Empfehlungen nicht unbedingt als Werbung erkennbar.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sieht dringenden politischen Handlungsbedarf. Nach seiner Auffassung sollen Influencer keine Produkte mehr bewerben dürfen, die nicht den Nährwertkriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entsprechen. Dazu zählen Lebensmittel mit zu viel Zucker, Fett oder Salz.  Die Vorständin des vzbv, Ramona Pop, macht deutlich, dass soziale Medien voller unseriöser Ernährungsempfehlungen und Werbung für ungesunde Produkte seien. Influencer stellten etwa Nahrungsergänzungsmittel als Wundermittel dar oder machten Werbung für stark gezuckerte Energydrinks. Das könne das Essverhalten beeinflussen – insbesondere bei jungen Menschen. 

In Deutschland ist die Lebensmittelüberwachung für die Kontrolle der Health-Claims-Verordnung zuständig. Nach Einschätzung des Verbraucherzentrale Bundesverbands nimmt sie soziale Medien bislang nicht ausreichend in den Blick. Er fordert deshalb, die Lebensmittelüberwachung finanziell und personell zu stärken. Nur so lasse sich Influencer-Werbung auf Social Media wirksam kontrollieren und Verbraucher und Verbraucherinnen besser schützen.

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