Was Wälder leisten

Wälder halten die Luft rein, schützen Klima, Böden sowie Gewässer und tragen maßgeblich zur Erhaltung der biologischen Vielfalt bei. Sie sind einzigartige und komplexe Ökosysteme und bilden einen Lebensraum für zahlreiche Arten von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen.

Zudem sind sie eine Lebensgrundlage für viele Menschen, die im oder vom Wald leben. In der Freizeit sind sie beliebte Naherholungsgebiete, tun Gesundheit und Wohlbefinden gut. Im Wald unterwegs zu sein, wirkt entspannend, stressabbauend und stärkt das Immunsystem.

 

Lebendige Vielfalt

Insgesamt leben mehr als zwei Drittel aller Pflanzen- und Tierarten in Wäldern. Besonders groß ist der Artenreichtum in den tropischen Regenwäldern. Hier herrschen ideale Bedingungen für das Gedeihen von vielen verschiedenen Pflanzen und Tieren. Die Lebewesen stehen miteinander, mit den Böden und der Luft in engen Wechselbeziehungen.

In deutschen Wäldern sind nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft rund 140 Wirbeltierarten, 6.500 Insektenarten und viele andere Kleinstlebewesen zu Hause. Sie teilen sich den Platz mit 76 Baumarten, 116 Straucharten, 1.020 krautigen Pflanzenarten, 676 Moos- und 1.024 Flechtenarten sowie ungezählten Pilzen.

Diese Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten trägt erheblich dazu bei, dass Wälder stabil gegenüber äußeren Einflüssen sind, sich aber gleichzeitig gut an veränderte Bedingungen anpassen können.

 

Frische Luft

Mit ihrer Fähigkeit, Kohlendioxid (CO2) aufzunehmen und Sauerstoff abzugeben, sorgen Bäume und andere Pflanzen für saubere Luft. Aufgrund ihrer Größe haben Wälder einen erheblichen Anteil an der weltweiten Sauerstoffproduktion. Hinzu kommt die reinigende Filterfunktion von Blättern und Nadeln, die Staub und Schadstoffe aus der Luft binden.

Die Wälder nutzen das CO2 bzw. den Kohlenstoff, um Biomasse aufzubauen. Auf diese Weise dienen sie als Kohlenstoffspeicher bzw. natürliche Kohlenstoffsenken und entlasten das Klima. Werden Wälder gerodet oder durch Feuer und Stürme zerstört, wird der Kohlenstoff wieder frei und als CO2 in die Atmosphäre abgegeben. Gleichzeitig gehen Bäume verloren, die CO2 verbrauchen können.

 

Wetterschutz

Waldböden können größere Mengen an Wasser aufnehmen, filtern und speichern. Sie tragen zu einer Regulierung des Wasserhaushaltes bei, schützen vor Hochwasser und Bodenerosion. Die Bäume fungieren als Wind- und Sonnenschutz, sie geben Feuchtigkeit ab und sorgen für Abkühlung. Auf diese Weise schaffen Wälder ein günstiges Mikroklima in ihrer Umgebung.

 

Wirtschaftsfaktor

In Deutschland arbeiten ca. eine Millionen Menschen direkt im Wald oder in Betrieben, die den Rohstoff Holz verarbeiten, mit Holz handeln oder den verschiedenen Holzprodukten arbeiten. Sie erzielen einen Umsatz von etwa 180 Milliarden Euro im Jahr.

In Nordrhein-Westfalen sind über 195.000 Beschäftigte in der Forst- und Holzwirtschaft tätig und erwirtschaften rund 41 Milliarden Euro Umsatz. Von Bedeutung sind die Möbel-, Papier- und Holzwerkstoffindustrie, der industrielle Holzbau und das Holzhandwerk.

 

Zu Besuch im Wald    

Ob zum Spazierengehen, Wandern, Radfahren oder für andere sportliche Betätigungen - wenn Sie im Wald unterwegs sind, betreten Sie den Lebensraum von zahlreichen Pflanzen und Tieren. Tragen Sie mit einem umsichtigen, respektvollen Verhalten dazu bei, ihn zu schützen:

  • Nehmen Sie Rücksicht auf die Waldbewohner. Bleiben Sie auf den gekennzeichneten Wegen und vermeiden Sie Lärmbelästigungen wie laute Musik.
  • Betreten Sie keine Schutz- oder Ruhezonen, halten Sie Abstand zu Wildtieren und berühren Sie sie nicht. Das gilt besonders für Jungtiere.  
  • Führen Sie Hunde an der Leine, um die im Wald lebenden Tiere nicht aufzuschrecken. Nutzen Sie ausgewiesene Hundeauslaufgebiete und Hundespielplätze, damit sich Ihr Vierbeiner austoben kann. 
  • Werfen Sie Müll in bereitstehende Abfalleimer oder nehmen Sie ihn mit nach Hause. Das gilt auch für Obstschalen oder -kerne. Sie verrotten zwar, können aber das ökologische Gleichgewicht stören. Tun Sie zudem der Natur etwas Gutes und sammeln Sie herumliegenden Abfall ein. 
  • Das Pflücken von Blumen und anderen Pflanzen ist grundsätzlich verboten, jedoch in kleinen Mengen für den eigenen Bedarf erlaubt. Das legt die sogenannte Handstrauß-Regel fest. Sie gilt auch für das Sammeln von Beeren, Pilzen und Kräutern. Ausgenommen sind Naturschutzgebiete, artgeschützte Pflanzen, Baumsetzlinge und andere forstlich angebaute Arten. Bedenken Sie, dass die Blumen zu Hause in der Vase schnell verblüht sind, während sie im Wald länger am Leben bleiben, noch andere Menschen erfreuen und ihren Platz im Ökosystem ausfüllen können.
  • Verzichten Sie auf das Rauchen im Wald, um Waldbrände zu vermeiden. Werfen Sie keine Zigarettenkippen in den Wald. Die Filter bleiben 10 Jahre und länger in der Umwelt, die enthaltenen Giftstoffe gefährden Böden, Grundwasser, Tiere und Pflanzen.
  • Beachten Sie das Grillverbot im Wald und in seiner der Nähe. Ausgenommen sind offiziell ausgewiesene Grillplätze. Seien Sie auch dort vorsichtig, lassen Sie das Feuer nicht unbeaufsichtigt und löschen Sie es sorgfältig, bevor Sie die Stelle verlassen.
  • Nutzen Sie nach Möglichkeit öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad für die Anfahrt zum Wald. Wenn Sie mit dem Auto fahren, parken Sie auf den dafür vorgesehenen Plätzen. Halten Sie den Zugang zu Waldwegen frei, die mit Ausnahme von forstwirtschaftlichen Fahrzeugen nicht befahren werden dürfen.